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WordPress Websites als Out of the Box Lösung: Pro & Contra von WordPress Themes

Wie kommt im Zuge eines Website-Relaunchs eigentlich die Entscheidung für ein bestimmtes Web-CMS zustande? Oft ist es die Web-Agentur, die dem Kunden jenes CMS System nahe legt, in das sie eingearbeitet ist und zu dem sie Knowhow aufgebaut hat. Ob dies immer die beste Entscheidungsgrundlage im Sinne des Kunden ist? BlueChip hat sich bei der Wahl der angebotenen Content Management Systeme für die zwei sehr weit verbreiteten CMS WordPress und TYPO3 entschieden. Mit TYPO3 arbeiten wir seit über 10 Jahren und sind nach wie vor von der Flexibilität, Erweiterbarkeit und Skalierbarkeit überzeugt.Vor einigen Jahren haben wir zusätzlich WordPress ins Portfolio genommen, um auch kleineren Websites & Budgets mit Designanspruch gerecht zu werden. Beide Systeme haben ihre Vorteile, die sie aber nur innerhalb gewisser Projekt-Rahmenbedingungen ausspielen können. Wir widmen uns in diesem Beitrag der Frage, wann WordPress Template-Lösungen empfehlenswert sind - und wann man aufgrund der damit einhergehenden Einschränkungen besser die Finger davon lässt und auf den großen Bruder TYPO3 setzt.

WordPress - Am Anfang war der Blog

WordPress wurde ursprünglich als Blog System entwickelt und hat - auch im deutschen Sprachraum - eine riesige Verbreitung erfahren. Zunehmend ist das Blog System über sich hinaus gewachsen und hat auch als Web-CMS enormen Zulauf gefunden - sprich: Nicht nur auf News fokussierte, sondern auch auf statischeren Inhalten basierende Webseiten wurden immer häufiger mit WordPress verwaltet, sodass das System zunehmend auch als vollwertiges Web-CMS Einzug hielt.

 

WordPress: Vorteile und Features

  • Sehr große Auswahl an günstigen und hochwertigen Templates (in WordPress "Themes" genannt) auf Marktplätzen wie Themeforest, Templatemonster & Co. Man erwirbt für ca. 60 USD die Nutzungserlaubnis für ein Theme und erhält damit ein Out-of-the-Box Website-Grundgerüst (Design & Code) für eine moderne, responsive Website.

  • Damit einher gehen eine schnelle Entwicklungszeit und geringe Basis-Kosten für die Umsetzung (mehr zu den realistischen Gesamt-Kosten unten). Das sind wahrscheinlich die schlagkräftigsten Argumente bei der Entscheidung für ein WordPress Theme.

  • Die Basis-Website kann um verschiedenste Erweiterungsmodule in Form von WordPress Plugins ergänzt und ausgebaut werden (teilweise zum kostenlosen, teilweise zum kostenpflichtigen Download).
    Beispielsweise können verschiedene SEO Plugins die Suchmaschinenfreundlichkeit der Website erhöhen, oder die Website wird um Funktionalitäten wie E-Commerce Module, Formulare, Social Media Plugins etc. ergänzt.

  • Zahlreiche Funktionen sind bereits im Basis-Setup verfügbar, hier v.a. die Blog Funktionalität (als  Ursprung und Kern des Systems). Des weiteren werden im zugekauften Theme Funktionen wie flexible Image Header, vordefinierte Seitentypen und zahlreiche Content Elemente mitgeliefert.

  • Plugin-Bausteine für attraktive, dynamische Content-Aufbereitung unterstützen das Storytelling, das so gerne im Content Marketing promotet wird:
    Plugins wie Layer Slider oder Revolution Slider unterstützen den Content Redakteur dabei, flexibel animierbare Elemente zu gestalten (kombinierte Animationen aus Text, Grafik, Video) und bietet damit ideale Bedingungen für "Micro-Storytelling".
    Viele Templates kommen mit vorgefertigten Animationen, die sich auch im Content-Bereich nutzen lassen. Der Webseiten-Inhalt kann mit geringem technischen Aufwand dynamisch und hochwertig aufbereitet werden. Auch wenn die konzeptionelle Kreativleistung und attraktive Befüllung der Inhalte nach wie vor Aufgabe des Webdesigners bleibt, sind zumindest die technischen Voraussetzungen als Out of the Box Features schnell hergestellt.

Einschränkungen & was es zu bedenken gibt:

  • Die fehlende Mehrsprachenfähigkeit im WordPress Basissystem ist als Defizit von Wordpress zu nennen - vor allem wenn man sich im touristischen Marketing-Umfeld bewegt, in dem mehrere Sprachversionen fast immer ein Thema sind.
    Zwar kann man sich mit (tw. kostenpflichtigen) Plugins behelfen, um mehrere Sprachversionen der Website abzubilden - aber auch damit stößt man schnell an Grenzen, je umfangreicher und komplexer eine Website wird.

  • Individualisierung: Auch wenn WordPress Themes grundsätzlich viele Gestaltungsmöglichkeiten in der Content Aufbereitung bieten, muss man sich über die Einschränkungen, die vorgefertigte Templates mit sich bringen, im Klaren sein. Je mehr Anforderungen zur Individualisierung ein Projekt mit sich bringt, desto ineffizienter wird der Einsatz von günstig erhältlichen Themes, da man die Kosten durch individuelle Design- und Programmiereingriffe in die Höhe schraubt.

  • Sicherheit: WordPress Websites sind häufiger Opfer von Hacker-Angriffen als dies z.B. bei TYPO3 Seiten der Fall ist. Dem ist mit laufenden Updates von Kernsystem, Themes und Plugins zu begegnen: So setzen wir bei BlueChip WordPress Websites ausschließlich in Kombination mit Support-Verträgen um: Wir kümmern uns um die laufenden Versions-Updates aller Komponenten und sorgen dafür, dass Angriffsflächen für Hacker so gering wie möglich sind.

  • Abhängigkeiten: Beim Kauf neuer Themes ist deren Qualität schwer abschätzbar. Ein WordPress Template mag in einer Demo-Version cool daher kommen, was aber noch nichts über die Qualität des Codes verrät. Manchmal stellt sich erst nach dem Kauf heraus, dass die technische Qualität des Themes zu wünschen übrig lässt.
    Es besteht auch jederzeit die Möglichkeit, dass der Urheber des Themes den Support einstellt (und damit keine Versions-Updates mehr verfügbar werden). Diesen Abhängigkeiten sind auch wir als Agentur ausgeliefert und können keine Garantie hinsichtlich möglicher Folgekosten für die oben genannten Fälle abgeben.

  • Verzerrte Preis-Erwartung: Dieser Punkt ist kein Defizit von Wordpress, sondern betrifft die Wahrnehmung von Auftraggebern bezüglich der Leistung, welche die Web-Agentur bei der Umsetzung von Template Websites dennoch erbringt. Es ist richtig, dass eine Website mit WordPress Themes grundsätzlich schnell aufgesetzt ist, doch damit sind Agenturleistungen wie Beratung, Projektleitung, konzeptionelle Kreativleistungen, Content Management / Content Styling, professioneller Einsatz von Webfonts, Onpage SEO, Qualitätsmanagement, Schulung oder auch das Ausmerzen von Fehlern / Defiziten von Templates nicht berücksichtigt.
    Insofern treten Auftraggeber mit einer oft verkürzten Vorstellung an Web Agenturen heran. Denn Out of the Box ist eben nur das Basis Template - nicht die Agenturleistung als Ganzes. Wir setzen als Minimal-Investition für eine WordPress Microsite bei einem Ab-Preis von EUR 5.000.- für die Basis-Umsetzung an.

Fazit: Für wen sind WordPress Themes besonders geeignet?

Wir empfehlen Wordpress Websites auf Basis kommerzieller Out of the Box Themes vor allem für folgende Anforderungen:

  • Technisch einfache, überschaubare Websites mit modernem Designanspruch
  • Umsetzung ansprechender Microsites (z.B. für einzelne Produkt-Websites)
  • Websites mit starkem Fokus auf laufenden News (Blogs verschiedener Art, oder zumindest Nutzung der Blog Funktionalität für laufende News)
  • Websites mit visuellem Fokus und modernem / dynamischem Designanspruch (Architekten, Fotografen, Designer / Grafiker & Illustratoren, Agentur-Portfolios etc.)
  • vorwiegend einsprachige Lösungen bzw. mehrsprachig nur bei geringer Gesamt-Komplexität und überschaubarer Anzahl an eingebundenen Plugins
  • Projekte mit überschaubaren Budgets (realistischer Ab-Preis für kleine Lösungen bei EUR 5.000.-)

Großer Bruder TYPO3 - Framework & WebCMS

TYPO3 setzen wir nach wie vor überall dort ein, wo wir mit WordPress Themes an die oben genannten Grenzen stoßen. Vor allem wenn es um die Realisierung individueller Designs, um umfangreiche / komplexe Multilanguage Websites, um Schnittstellen-Anbindungen oder individuelle Erweiterbarkeit geht, spielt TYPO3 als Framework alle Stücke und lässt sich - Programmier-KnowHow vorausgesetzt - beliebig an die Kundenwünsche anpassen.

Der Nachteil von TYPO3 Websites liegt im Gegensatz zu Wordpress wahrscheinlich primär darin, dass es so gut wie keine vorgefertigten Content Styling Module gibt, welche Out of the Box zu guten Ergebnissen und visuellen Wow-Effekten führen. Diese müssen für TYPO3 Projekte von Grund auf designed und ausprogrammiert / konfiguriert werden, sodass individuelle TYPO3 Websites preislich ganz klar in einer anderen Liga spielen.

 

Showroom: WordPress Referenzen

Zum Abschluss seien noch ein paar WordPress Referenzprojekte genannt, die wir für unsere Kunden umsetzen durften. Unsere individuellen Leuchtturmprojekte, vorwiegend in TYPO3 umgesetzt, finden Sie in unseren Website-Referenzen.